Wehrwissenschaftliches Institut der Bundeswehr (WIWEB)
Das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk-, Explosiv- und Betriebsstoffe (WIWEB) in Erding ist eine Dienststelle des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) in Koblenz und Teil der zivilen Bundeswehrverwaltung. Forschung und Entwicklung sind größtenteils in Erding und zum Teil noch in der Filiale Swisttal-Heimerzheim (bei Bonn) konzentriert, in der Außenstelle Wilhelmshaven ist die Betriebsstoffüberwachung der Marine angesiedelt.
Historie
Das WIWEB geht auf eine Röntgenprüfanlage für Brückenbaugeräte zurück, welche die amerikanischen Besatzungsstreitkräfte nach dem Ende des 2. Weltkriegs auf dem Gelände des Fliegerhorsts Erding errichteten und schrittweise zu einem Labor ausbauten, das im Wesentlichen die Aufgaben einer Materialprüfstelle für die amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa wahrzunehmen hatte. Dieses Labor ging im Zuge des Aufbaus der Bundeswehr in deutsche Hände über und wurde als „Analytisches Labor“ zunächst der Erprobungs- und Musterprüfstelle für Luftfahrtgerät in Oberpfaffenhofen zugeordnet. Im Oktober 1959 wurde das Labor als „Materialprüfstelle der Bundeswehr“ mit einem erweiterten Aufgabenfeld direkt dem BWB unterstellt. Das Institut feiert im Jahr 2009 sein 50jähriges Jubiläum.Im Rahmen der Neuordnung des Rüstungsbereichs wurde 1973 damit begonnen, die Materialuntersuchungskapazitäten zusammenzufassen. Infolge dessen wurden der „Materialprüfstelle der Bundeswehr“ mehrere, im Bundesgebiet zunächst noch verstreute Einrichtungen eingegliedert.Einen weiteren Ausbau erfuhr die Materialprüfstelle der Bundeswehr Anfang 1980 mit der Eingliederung des Instituts für Betriebsstofftechnik der Landesgewerbeanstalt Bayern sowie der Kraftstoff-Forschungsgruppe der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V. Im März 1982 wurde die Materialprüfstelle in „Wehrwissenschaftliches Institut für Materialuntersuchungen“ (WIM) umbenannt. Zu einer neuerlichen Erweiterung kam es im April 1997, als das in Swisttal-Heimerzheim ansässige „Bundesinstitut für chemisch-technische Untersuchungen“ beim BWB in die Einrichtung integriert wurde. Seither trägt die Einrichtung die Bezeichnung „Wehrwissenschaftliches Institut für Werk-, Explosiv- und Betriebsstoffe“ (WIWEB). Die Außenstelle in Heimerzheim wird bis 2010 aus dem WIWEB herausgelöst, die Aufgaben werden verlagert.
Aufgaben
Das WIWEB besitzt im Rüstungsbereich der Bundeswehr die alleinige Zuständigkeit für alle technischen Fragen im Zusammenhang mit Werk-, Explosiv- und Betriebsstoffen sowie mit der Bekleidung und persönlichen Ausrüstung der Soldatinnen und Soldaten. Das schließt die Arbeitsgebiete Oberflächentechnologie und Materialschutz ein. Die Hauptaufgabe des WIWEB ist es, die bestmöglichen und dabei sicheren und zuverlässigen Produkte und Systeme für die Bundeswehr bereit zu stellen. Neben diesen Hauptarbeitsrichtungen widmet sich das WIWEB auch Fragen der Chemikaliensicherheit sowie des Arbeits- und Umweltschutzes. Die zunehmenden Einsätze der Bundeswehr im Ausland führen seit einiger Zeit zu einer Schwerpunktverlagerung in den Hauptarbeitsbereichen des WIWEB. Aufgrund der stärkeren Beanspruchung und des häufigeren Versagens von Material haben Schadensuntersuchungen und die dazu notwendigen Forschungsarbeiten im Werkstoffbereich an Gewicht gewonnen. Die Bekleidung der Soldatinnen und Soldaten muss an vielfältige klimatische Verhältnisse und Tarnanforderungen angepasst werden. Angesichts knapper werdender finanzieller Mittel nimmt überdies die Bedeutung des Materialerhalts zu. Zugleich hat sich vor dem Hintergrund der vermehrten Auslandseinsätze die Zusammenarbeit des WIWEB mit europäischen Partnern, vor allem in der Forschung, stark intensiviert.
